6 Minuten im eiskalten Spitzingsee – dieses Team hat mehr ausgehalten, als es selbst erwartet hätte
Sechs Minuten.
Im eiskalten Wasser des Spitzingsee.
Und das war nur der Abschluss unseres Jahres-Kickoffs mit der pates AG.
Drei Tage in den Bergen.
Alles eingeschneit.
Absolute Ruhe.
Bewusst raus aus dem Alltag.
Raus aus dem Büro.
Raus aus operativer Hektik.
Denn echte Teamentwicklung entsteht nicht zwischen zwei Meetings.
Tag 1: Führung beginnt oben
Der erste Tag gehörte ausschließlich dem Führungsteam.
Strategie.
Klarheit.
Unausgesprochene Spannungen.
Verantwortung.
Bevor du ein Team zusammenschweißt, muss die Spitze sauber ausgerichtet sein.
Keine Workshops für „gute Stimmung“.
Sondern ehrliche Auseinandersetzung mit:
- Rollen
- Erwartungen
- Konflikten
- Ambitionen
Ohne Klarheit oben entsteht keine Sicherheit unten.
Tag 2: Vertrauen beschleunigen
Ab dem zweiten Tag war das gesamte Team dabei.
Drei neue Mitarbeitende, die wir schnell integrieren wollten.
Also kein Smalltalk.
Keine oberflächlichen Kennenlernspiele.
Sondern echte, tiefe, vertrauensbildende Übungen.
Wenn Menschen ehrlich über Zweifel, Stärken und Unsicherheiten sprechen, passiert etwas Entscheidendes:
Nähe.
Und Nähe erzeugt Geschwindigkeit.
Es flossen Tränen.
Nicht aus Schwäche – sondern aus Offenheit.
Ein Team wird nicht durch Teamevents stark.
Ein Team wird stark, wenn Verletzlichkeit erlaubt ist.
Der Rahmen: Ideal Team Player
Ich habe dem Team das Konzept „Ideal Team Player“ von Patrick Lencioni vorgestellt.
Nach ihm zeichnen drei Eigenschaften ein ideales Teammitglied aus:
1. Humble
Bescheiden.
Keine Ego-Show.
Team vor Ich.
2. Hungry
Hungrig.
Mehr erreichen wollen.
Nicht bei „okay“ stehenbleiben.
3. Smart
Sozial intelligent.
Verstehen, wie andere ticken.
Situationen lesen können.
Wir haben das Modell nicht nur diskutiert.
Wir haben es angewendet.
Jeder hat sich gefragt:
- Wo bin ich stark?
- Wo rede ich mir etwas schön?
- Wo muss ich ehrlicher mit mir selbst sein?
Selbstreflexion ist der Beginn von Ownership.
Der Abschluss: Eisbaden als Realitätstest
Dann kam der physische Teil.
Wim-Hof-Breathwork.
Intensive Atmung.
Volle Konzentration.
Und dann gemeinsam raus in den komplett zugefrorenen Spitzingsee.
Für viele war es das erste Mal Eisbaden.
Keiner wusste, wie lange er es schafft.
Und dann hält das gesamte Team über sechs Minuten durch.
Sechs Minuten klingen kurz.
Im Eiswasser sind sie lang.
Was hier passiert, ist kein Show-Effekt.
Es ist ein kollektives Erlebnis von:
- Mut
- Selbstüberwindung
- gegenseitiger Unterstützung
Wenn du gemeinsam frierst, atmest und durchhältst, verändert das die Teamdynamik.
Warum solche Erlebnisse wirken
Ein Jahres-Kickoff darf kein PowerPoint-Marathon sein.
Er muss:
- Identität schärfen
- Vertrauen vertiefen
- Mut stärken
- Leistungsanspruch erhöhen
Das Eisbaden war kein Selbstzweck.
Es war ein Symbol:
Hunger.
Mut.
Vertrauen.
In sich selbst – und ineinander.
Drei Jahre Begleitung – und was jetzt kommt
Ich begleite dieses Team seit über drei Jahren als Scale-Up-Coach.
Ich habe Wachstum gesehen.
Konflikte erlebt.
Durchbrüche moderiert.
Und ich sehe, was möglich ist, wenn:
- das Führungsteam aligned ist
- Vertrauen echt ist
- Leistung kein Zufall ist
2026 wird kein leichtes Jahr.
Aber es wird ein starkes.
Zusammenfassung
- Teamentwicklung braucht Abstand vom Alltag.
- Vertrauen entsteht durch ehrliche Gespräche, nicht durch Events.
- „Humble, Hungry, Smart“ ist ein klarer Maßstab für Teamqualität.
- Physische Herausforderungen können mentale Grenzen verschieben.
- Gemeinsames Durchhalten stärkt Identität und Leistungsbereitschaft.
